Definition

Einlagen sind funktionelle Orthesen zur Korrektur, Stützung oder Bettung von Fußdeformitäten, zur Entlastung oder Lastumverteilung der Fußweichteile, der Bein- oder auch Wirbelsäulengelenke. Sie werden aus Kork, Leder, thermoplastischen Kunststoffen und/oder Metall gefertigt.

Konfektionierte lose Fußstützen, die den Fuß polstern oder stützen, überflüssigen Raum im Schuh ausfüllen oder als Kälteschutz dienen, sind keine Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung.

Einlagen sind gebrauchsfähig und passend abzugeben. Einlagenrohlinge für sich sowie sog. "Baukastensysteme" weisen deshalb keine Hilfsmitteleigenschaft auf.

Mindestgebrauchszeiten für den Einsatz von Einlagen lassen sich generell nicht festlegen. So ist im Einzelfall der Lebensweise des Versicherten, der Art und Beschaffenheit der Einlage und den sich ggf. verändernden Erfordernissen des zu behandelnden Fußes (insbesondere bei Kindern im Wachstum) Rechnung zu tragen. Die Ersatzbeschaffung macht ebenfalls eine Einzelfallentscheidung notwendig.

Die Reparatur einer Einlage umfaßt die notwendigen Arbeiten, die dem Erhalt des therapeutischen Nutzens der Einlage dienen, wenn die Reparatur technisch möglich und wirtschaftlicher als eine Neuversorgung ist.

Aufgrund des erforderlichen Ausgleichs der Sensibilität, der Statik und Dynamik des Fußes erfolgt die Einlagenversorgung in der Regel beidseits.

Kann der therapeutische Nutzen durch einseitige Einlagenversorgung vollständig erzielt werden, so ist die einseitige Verordnung angezeigt.

Die Ausstattung des Versicherten mit mehreren, verschiedenartigen Einlagen ist von den Erfordernissen im Einzelfall abhängig. Bei erkennbarer Notwendigkeit sowie vorliegender Indikation ist eine Mehrfachausstattung des Versicherten mit mehreren, verschiedenartigen Einlagen möglich.

Die Kosten für die Schuhe des Versicherten fallen in die Eigenverantwortung des Versicherten. Sind ggf. Zurichtungen am Konfektionsschuh notwendig, um den therapeutischen Nutzen der Einlage zu gewährleisten, sind die Anforderungen der Produktgruppe "Schuhe" zu beachten.


Die Produktgruppe "Einlagen" ist wie folgt gegliedert:


08.03.01 Kopieeinlagen

Kopieeinlagen werden individuell nach Maß oder nach Formabdruck (mit gesonderter ärztlicher Begründung) gefertigt und dienen dem Abstützen und Entlasten spezifischer Fußpartien.
Sie sollen die Fußgewölbe erhalten, Überlastungen ausgleichen bzw. Teilentlastungen bewirken und/oder das Abrollen des Fußes verbessern. Die Form des Fußes soll dadurch auch in belasteter Stellung erhalten bleiben.


08.03.02 Bettungseinlagen

Bettungseinlagen werden vornehmlich nach einem Formabdruck des belasteten Fußes gefertigt. Sie sollen weitere Verformungen des belasteten, nicht mehr korrekturfähigen Fußes verhindern, in dem sie ihn gegen Dreh- und Biegebewegungen stabilisieren. Sie verhindern eine Überdehnung von kontrakten Bändern und eine ungewollte Bewegung krankhaft veränderter Gelenke. Eine Überlastung der Fußsohlenweichteile oder einzelner Fußpartien wird durch eine entsprechende Polsterung vermieden.


08.03.03 Schaleneinlagen

Schaleneinlagen sollen krankhafte Fußfehlformen und Fehlentwicklungen des Fußes aufhalten, den Fuß in die richtige Form und Funktion lenken sowie das Ergebnis von Korrekturoperationen am Fuß sichern. Sie werden aus starren, selbsttragenden Materialien nach Formabdruck des in Korrekturstellung gebrachten Fußes angefertigt.


08.03.04 Einlagen mit Korrekturbacken

Einlagen mit Korrekturbacken sollen den Fuß während des Wachstums durch Druck auf bestimmte Fußteile gezielt in eine bestimmte Richtung lenken. Darüber hinaus können diese Einlagen dazu dienen, das Ergebnis von Korrekturoperationen am Fuß zu sichern. Sie werden aus starren, selbsttragenden Materialien nach Formabdruck des in Korrekturstellung gebrachten Fußes angefertigt.


08.03.05 Fersenschalen

Fersenschalen wirken Fehlstellungen der Ferse durch eine gezielte Korrektur entgegen. Sie werden aus starren, selbsttragenden Materialien nach Formabdruck des in Korrekturstellung gebrachten Fußes angefertigt.


08.03.06 Stoßabsorber/Verkürzungsausgleiche

Stoßabsorber dienen dazu, lokale Beschwerden des Fersenauftrittsbereich durch Spitzenstoßbelastungen abzufangen. Verkürzungsausgleiche dienen der Überbrückung von bestehenden Längendifferenzen.


08.03.07 Einlagen in Sonderanfertigung

Diese Einlagen sind individuell hergestellte Einlagen, die auf der Grundlage eines speziellen Gipsabdruckes erstellt werden, eine Walk-Lederdecke sowie eine Kunststoff- oder Metallverstärkung aufweisen und mit einem Unterleder ausgestattet sind. Einlagen in Sonderanfertigung sind nur dann zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung verordnungsfähig, wenn ein Rohling nicht verwendet werden kann bzw. eine Versorgung mit den vorgenannten Einlagen nicht möglich ist.

Indikation

Siehe Beschreibungen und Indikationen der Produktarten und der Zusätze.

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