Definition

Toilettenhilfen ermöglichen bzw. erhöhen die Selbständigkeit bei der Toilettenbenutzung und der damit verbundenen körperhygienischen Maßnahmen, insbesondere indem sie beeinträchtigte oder fehlende Funktionen des Bewegungs- oder Halteapparates kompensieren.

Die Hilfsmitteleigenschaft von Toilettenhilfen ergibt sich folglich aus dem Verständnis, dass sie zur elementaren Lebensbetätigung im Rahmen der allgemeinen Grundbedürfnisse eingesetzt werden.

Toilettenhilfen lassen sich entsprechend ihrer Zielsetzung wie folgt einteilen:

Toilettensitze werden auf das vorhandene Toilettenbecken aufgelegt oder angeschraubt und dienen der Erhöhung des WC.
Toilettensitzerhöhungen kommen ohne und mit Armlehnen zum Einsatz. Kindertoilettensitze ermöglichen behinderten Kindern durch spezielle Ausstattungsdetails wie Rückenstütze mit Fixiermöglichkeit und Fußabstützung die Toilettennutzung.

Toilettenstützgestelle werden über bzw. um das vorhandene Toilettenbecken gestellt. Sie ermöglichen ein Abstützen während des Toilettenganges. Sie können mit einer Sitzfläche ausgestattet sein.

Toilettenaufstehhilfen bieten Unterstützung beim Hinsetzen und Aufstehen.

Toilettenstühle sind mit einer Toiletteneinrichtung versehen, so dass die Benutzung an verschiedenen Orten erfolgen kann.

WC-Aufsätze mit Wascheinrichtung bestehen aus einer Toilettensitzkombination mit Warmwasserdusche und Warmlufttrocknung. Sie werden auf einem vorhandenen Toilettenbecken installiert.

Es bedarf einer individuellen, auf die wohnlichen und persönlichen Verhältnisse abgestellten Versorgung.

Im Hinblick auf die verschiedenen Produkte mit unterschiedlicher Zielsetzung und Wirkungsweise ist die Wirtschaftlichkeit zu prüfen.

Die Leistungspflicht der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erstreckt sich bei Toilettenhilfen lediglich auf den behinderungsbedingten Mehraufwand einschließlich der Montage.

Handelsübliche Toilettenbecken (auch wenn sie erhöht sind) und Toilettenbrillen sowie Kindertoilettentöpfe- und -brillen fallen nicht in die Leistungspflicht der GKV, auch wenn sie behindertengerecht gestaltet sind, da es sich um Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens handelt.


Querverweise:

Toilettenpapierhalter: siehe PG 02 "Adaptionshilfen"

Kombinierte Dusch- und Toilettenstühle für Kinder: siehe PG 04 "Badehilfen"

Sicherheitsgriffe: siehe PG 04 "Badehilfen"

Gehgestelle: siehe PG 10 "Gehhilfen"
Toilettenrollstühle: siehe PG 18 "Krankenfahrzeuge"

Stechbecken: siehe PG 19 "Krankenpflegeartikel"

Indikation

Toilettenhilfen kommen für Versicherte mit fehlender Rumpfkontrolle und Gleichgewichtsstörungen, erheblichen Funktionsausfällen an den unteren Extremitäten, für Hüft- und Wirbelsäulenversteifte bzw. für Ohnhänder, Tetraplegiker oder Armgeschädigte mit erheblicher Störung der Greiffunktion, in Betracht.

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