Definition

Therapeutische Bewegungsgeräte werden eingesetzt, um gezielte Bewegungsabläufe zu trainieren, zu ermöglichen oder zu erzeugen. Hierdurch soll der Erfolg einer Krankenbehandlung gesichert, Gelenk- und Muskelfunktion sowie die Durchblutung erhalten oder deren Minderung eingegrenzt werden.

Therapeutische Bewegungsgeräte lassen sich einteilen in:

- Fremdkraftbetriebene Bewegungsschienen (CPM-Schienen) zur kurzzeitigen Anwendung (Knie- und Schulterbewegungsschienen)

- Fremdkraftbetriebene Bewegungsgeräte zur Langzeitanwendung (Bein-, Arm- und Kombinationstrainer für Arme und Beine)

- Eigenkraftaktivierende Geräte

- Therapiegeräte für Kinder

- Produkte zur Therapieunterstützung für Kinder mit neuromuskulären Erkrankungen


Fremdkraftbetriebene Bewegungsschienen (CPM-Bewegungsschienen):

CPM-Bewegungsschienen sind fremdkraftbetriebene Bewegungsapparate zur kontinuierlichen, programmierten, passiven Bewegung von Gelenken. Es erfolgt eine frühfunktionelle, zeitlich festgelegte definierte postoperative Durchbewegung von Gelenken mit festgelegten Bewegungsausmaßen und -zeiten und festgelegter Bewegungsrichtung nach ärztlicher Festlegung (Bewegungsparameter).

Der Leistungserbringer nimmt, auf Grundlage der vom Arzt vorgegebenen Behandlungsparameter (Bewegungsumfang, Bewegungsgeschwindigkeit, Wiederholfrequenz, Pausen, tägliche Behandlungsdauer, Gesamtdauer der Behandlung) die technischen Einstellungen und gerätebezogenen Einweisungen vor.

Die Anwendung von CPM-Bewegungsschienen bedarf fortlaufender regelmäßiger ärztlicher Kontrollen des medizinischen Befundes (Komplikationen, sachgerechte Anwendung) und ggf. Anpassung des Behandlungsregimes.

Die Behandlung mit CPM-Bewegungsschienen kann nur als Ergänzung von Maßnahmen der physikalischen Therapie (hier insbesondere Krankengymnastik) erfolgen. Sie kann und darf die physikalische Therapie nicht ersetzen.

Eigenkraft-aktivierende Bewegungsgeräte:

Fingertrainer erlauben ein gezieltes, an das individuelle Krankheits/ Behinderungsbild angepasstes Training der Fingermuskulatur. Dabei spielt die Art der Griffgestaltung und die Höhe des Druckes oder Zuges, der ausgeübt werden muss, um zu trainieren, eine wesentliche Rolle. Handelsübliche Hand- oder Fingertrainer sind nicht anpassbar. Sie dienen lediglich einer Erhöhung der vorhandenen Muskelkraft. Diese Produkte fallen nicht in die Leistungspflicht der Gesetzlichen Krankenversicherung.

Therapieknete ermöglicht durch die plastische Verformbarkeit eine Bewegungstherapie bei stark deformierten Händen und Fingern und wird in unterschiedlichen Härtegraden angeboten.


Therapiegeräte für Kinder:

Mit Hilfe von Spreizrädern können Kinder sich in einer therapeutisch gewünschten Körperhaltung bewegen.
Rollbretter fördern die Beweglichkeit bei eingeschränkter Kraft.

Therapieunterstützende Produkte für Kinder mit neuromuskulären Erkrankungen:

Gymnastikbälle und Bewegungskreisel unterstützen therapeutische Übungen in der häuslichen Umgebung bei z.B. der Erlangung normaler Körperreaktionen, indem die räumliche Lage des Kindes variiert werden kann. Außerdem wird eine Förderung des Gleichgewichtssinnes sowie das Erlernen eines physiologischen Haltungs- und Bewegungsmusters ermöglicht.

Therapiegeräte/hilfen für Kinder kommen in Betracht, wenn die Therapie von dem Behandler in der Wohnung der Eltern ausgeführt wird oder die Eltern derartige Übungen in häuslicher Anwendung unterstützen.

Handelsübliche Übungs-,Gymnastik- und Fitness-Geräte, wie z.B. Hanteln, Matten, Expander, Fahrradergometer, die zum Kraft-, Ausdauer und Fitnesstraining angeboten werden, sind keine Hilfsmittel im Sinne der Gesetzlichen Krankenversicherung.


Querverweis:

Gehgestelle: siehe auch PG 10 "Gehhilfen"
Gehwagen
Gehübungsgeräte
Fahrbare Gehhilfen
Zweiräder für Kinder: siehe auch PG 22 "Mobilitätshilfen"
Dreiräder für Kinder
Stehständer: siehe auch PG 28 "Stehhilfen"
Schrägliegebretter


Stand: 27.04.2012

Indikation

Feststehende Indikationen mit standardisierten feststehenden Behandlungsparametern, bei denen fremdkraftbetriebene Bewegungsschienen (CPM-Bewegungsschienen) zum Einsatz kommen sollen, lassen sich nicht festlegen.

Der Einsatz von CPM-Schienen kann nur individuell im begründeten Einzelfall erforderlich sein. Dieses ist unter Darlegung von relevanten funktionellen und strukturellen Schädigungen darzulegen.

Weitere Hinweise zu Indikationen: siehe Produktarten


Stand: 27.04.2012

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